Konzert im Frauengefängnis

Fotoillustration: s.media  / pixelio.deÜber das Konzert in der Justizvollzugsanstalt für Frauen am 25. Mai könnte man so einiges erzählen, vor allem aber, dass es ein ergreifendes Erlebnis war. Hinter den Gittern sind die meisten Frauen nicht nur Täter, sondern vor allem auch Opfer. Und so titelte die taz in einem großen Artikel über das Konzert: „Prison Blues – Bei einem Konzert der Berliner Rockerin Cora Lee in der JVA Lichtenberg zeigte sich das Gefängnis nicht als Anstalt des Überwachens und Strafens, sondern als Schutzraum.“

Zwischen Publikum und Sängerin entstanden starke, fast zu starke emotionale Wellen. Selbstbewusste Rocknummern und Coras schräge Geschichten brachten Freude zwischen die vier grauen Mauern des Gefängnis-Innenhofes; die Balladen jedoch gingen beiden Seiten tief ans Herz (taz: „Cora Lee trifft den Nerv“). So war es ein Wechselbad der Gefühle, von dem Dankbarkeit für dieses intensive Erlebnis zurückbleibt.

Zum Abschied bekam jeder Musiker von den Frauen eine frische rote Rose geschenkt. Im Gefängnishof stehen nur wenige Blumen.

(Illustrationsfoto: s.media  / pixelio.de)

(1. Juni 2012)